Das erstaunliche Gehör
Wenn die Luft ein See wäre,
und Schall wäre Wellen auf dem See,
dann wäre dein Ohr wie eine Messlatte am Rand des Sees.
Allein anhand der Wasserbewegung
hoch und runter
an der Messlatte
würdest du feststellen,
was im See schwimmt, wie weit es weg ist und wie kräftig es planscht.
Schallwellen
Schallwellen sind eine schwingende Bewegung der Luft.
In deinem Gehörgang sitzt ein dünnes Häutchen, das Trommelfell.
Schallwellen bewegen es vor und zurück. Diese Bewegung ist, was du eigentlich hörst.
Leise Geräusche bewegen das Trommelfell nur ein kleines bisschen.
Laute Geräusche bewegen es weiter nach innen und außen.
Lautsprecher
Ein Lautsprecher hat eine Membran. Er bewegt sie hin und her, um die Luft in Schwingung zu versetzen.
Die Anzahl Schwingungen in einer Sekunde nennt man die Frequenz.
Tiefe Töne haben eine niedrige Frequenz. Sie schwingen langsam.
Hohe Töne schwingen öfter pro Sekunde.
Im nächsten Abschnitt siehst du eine andere Art, diese Bewegung darzustellen…
Ton als Signal
Hier ist die Bewegung des Lautsprechers von eben als Kurve gezeichnet.
Im ersten Bild ist die Membran in der Mitte.
Nach einer Millisekunde (eine Tausendstel Sekunde!) ist sie ein Stück weit weg…
…und nach drei Millisekunden ist sie schon auf der anderen Seite.
Eine Schwingung pro Sekunde ist ein Hertz. Menschen können Töne ab 16 Hertz hören. Kinder hören oft bis über 20.000 Hertz!
Die Spannungskurve
Lautsprecher werden durch elektrische Spannung gesteuert.
Die Spannung bewegt die Membran, wenn ihre Stärke oder Richtung sich ändert.
Ein Mikrofon erzeugt aus Schallwellen eine elektrische Spannung.
Die Spannung kann man als Kurve zeichnen. Das nennt man ein analoges Audio-Signal.
Überlagerung
Stell dir vor, du spielst auf zwei Lautsprechern zwei verschiedene Töne.
Du hörst auf beiden Ohren beide Töne. Aber dein Trommelfell kann nicht an zwei Stellen gleichzeitig sein!
In Wirklichkeit vermischen sich die Schwingungen. Zusammen ergeben sie ein anderes Bewegungsmuster. Das nennt man Überlagerung.
Dein Gehirn kann genau erkennen, aus welchen Geräuschen dieses neue Muster besteht.
Natürliche Klänge (z.B. Sprache) setzen sich aus vielen verschiedenen Tönen zusammen.
Das heißt: Sie enthalten viele Frequenzen. Als Kurve sehen sie kompliziert aus.
Übrigens:
Wenn zwei genau gegensätzliche Schwingungen sich treffen, löschen sie sich gegenseitig aus.
Auf diesem Trick basieren zum Beispiel Noise-Cancelling-Kopfhörer.
Stereo
Die meisten Menschen und Tiere hören mit zwei Ohren.
Wenn ein Geräusch auf einem Ohr später ankommt als auf dem anderen, können sie so die Richtung bestimmen.
Wenn du zwei Lautsprecher hast, kann der linke ein anderes Signal abspielen als der rechte. Diese Technik heißt Stereo.
Kopfhörer sind kleine Lautsprecher. Sie drehen sich mit deinem Kopf. Du hörst das linke Signal immer am linken Ohr.
Freistehende Lautsprecher drehen sich nicht mit. So nimmst du die Richtungen anders wahr.
Es gibt Sound-Systeme mit Lautsprechern in allen Richtungen. Sie können dir das Gefühl geben, ganz in eine Klang-Umgebung einzutauchen.
Analog zu Digital
Ein Computer kann aus dem analogen Signal eine digitale Audio-Datei machen.
Dafür misst er in winzigen Zeitabständen die aktuelle Spannung des Signals.
Zum Beispiel 48.000-mal pro Sekunde!
Die Abtastrate gibt an, wie oft der Computer die Messung in jeder Sekunde vornimmt.
Die Auflösung ist der kleinste Spannungsunterschied, den er darstellen kann.
Aus der Abtastrate und der Auflösung ergibt sich die Bitrate – und damit auch die Größe – einer Audio-Datei.
Dateiformate
Der Computer speichert Audio-Signale in Dateien. Dafür gibt es verschiedene Formate.
Einfache Formate eignen sich für Archive, brauchen aber viel Speicherplatz.
Verlustfrei komprimierte Dateien sind kleiner, ohne dass dabei Information verlorengeht.
Nochmal kleiner sind Audio-Dateien, die an unwichtigen Stellen ihre Genauigkeit verringern.
Dieses Prinzip benutzen verlustbehaftete Dateiformate.
Streaming
Streaming-Dienste erlauben dir, Musik auf dein Gerät zu laden.
Du kannst sie aber nicht kopieren oder in einer eigenen Sammlung archivieren.
Der Streaming-Dienst kann Musikstücke sogar ganz löschen.
Musiker*innen verdienen durch Streaming-Dienste sehr wenig Geld. Erst nach 300 bis 1000 Streams bekommen sie einen einzigen Euro.
Deshalb wird oft empfohlen, Musik direkt bei den Künstler*innen zu kaufen.
Über dieses Heft
Text: Dorothea Koch, Lian Herzberg
Illustration: Lian Herzberg
Fachlektorat: Alva Sol Millicent
Kontakt: miau@computerkaetzchen.de
Infos und Shop: www.computerkaetzchen.de
Für diese Ausgabe hat das Computerkätzchen mit einem echten Profi zusammengearbeitet: Dorothea Koch ist Musikerin, Informatikerin und unterrichtet in beiden Fachgebieten.
Worträtsel
- Verwandelt elektrische Spannung in Musik
- Schall ist eine …
- Macht einen Unterschied zwischen einem linken und einem rechten Signal
- Audio-Dateien sind nicht analog, sondern …
- Gibt an, wie schnell etwas schwingt
Spezial-Wort: Größeneinheit für Schwingungen pro Sekunde